Was ist eine MPU wegen Cannabis – und was hat sich 2025 geändert?
Seit April 2024 ist der private Besitz und Konsum von Cannabis unter bestimmten Bedingungen legal – dennoch bleibt Cannabis am Steuer verboten. Die Teilnahme am Straßenverkehr unter dem Einfluss von THC ist weiterhin streng reglementiert.
Eine MPU wegen Cannabis bedeutet, dass die Behörde deine Fahreignung anzweifelt, weil THC im Blutserum nachgewiesen wurde – oder weil Hinweise auf regelmäßigen oder missbräuchlichen Konsum vorliegen.
Wichtig seit 2024/2025
Der gesetzliche THC-Grenzwert wurde auf 3,5 ng/ml Blutserum angehoben. Das heißt aber nicht, dass das Fahren unter THC-Einfluss erlaubt wäre – Ein Rausch beim Fahren ist und bleibt verboten. Fährt man unter THC-Einfluss, drohen Bußgelder, Punkte und – je nach Fall – eine MPU.
Trotz der neuen Regelung: Wer auffällig wird – etwa durch eine Kontrolle, einen Unfall oder auffälliges Verhalten – muss mit einer MPU rechnen. Besonders bei mehreren Auffälligkeiten, auffälligem Konsummuster oder Mischkonsum bleibt die MPU eine realistische Konsequenz.
Wann wird eine MPU wegen Cannabis angeordnet?
Eine MPU wegen Cannabis kommt typischerweise dann ins Spiel, wenn:
- bei einer Kontrolle THC im Blutserum nachgewiesen wurde
- es mehrfache Auffälligkeiten gibt (z.B. wiederholte Rauschfahrten)
- ein Mischkonsum mit Alkohol oder anderen Substanzen vorliegt
- Hinweise auf missbräuchlichen Konsum oder Abhängigkeit vorliegen
- frühere Fahrverbote oder Entzüge relevant sind
In diesen Fällen wird nicht nur der akute Wert bewertet, sondern das Gesamtkonzept aus Konsumverhalten, Lebensumständen, Stabilität und Einsicht.
Wie läuft eine MPU wegen Cannabis ab?
Die MPU wegen Cannabis ähnelt stark der MPU wegen Drogen oder Alkohol – sie besteht ebenfalls aus mehreren Komponenten:
Medizinischer Teil
Es wird geprüft, ob Hinweise auf akuten Drogenmissbrauch oder Abhängigkeit vorliegen. Möglicherweise werden frühere Befunde, Urin- oder Haaranalysen, Konsum- und Gesundheitsgeschichte untersucht. Ziel ist: zu verstehen, wie ernst der Konsum war bzw. ist und ob eine Gefährdung im Straßenverkehr vorlag oder vorliegen könnte.
Leistungs- und Reaktionstests
Du wirst auf Konzentration, Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Fahrtauglichkeit getestet. Diese Tests sind meist gut machbar – solange du nüchtern und ausgeschlafen bist. Das Ergebnis soll zeigen, ob dein Zustand mit dem sicheren Führen eines Fahrzeuges vereinbar ist.
Psychologisches Gespräch
Im anschließenden Beurteilungsgespräch mit dem Verkehrspsychologen steht deine Geschichte im Mittelpunkt:
- Warum war der Cannabiskonsum Teil deines Lebens?
- Gab es Kontrollverlust, Stress, Lebenskrisen?
- Wie war dein Umgang mit Cannabis – regelmäßig, gelegentlich, kontrolliert?
- Was hat sich seit der Auffälligkeit verändert?
- Wie stellst du künftig sicher, dass du Drogenkonsum und Fahren strikt trennst?
Die Gutachter/innen wollen sehen, ob du ehrlich reflektierst, deine Vergangenheit verstehst und glaubhaft zeigen kannst, dass du Verantwortung übernimmst – nicht nur mit Worten, sondern mit deinem Verhalten.
Benötige ich trotz Legalisierung einen Abstinenznachweis?
Ja – in vielen Fällen bleibt ein Abstinenznachweis ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche MPU wegen Cannabis. Zwar wurde Cannabis legalisiert, doch das Fahren unter THC-Einfluss bleibt tabu. Besonders bei mehrfachen Auffälligkeiten, Mischkonsum, oder längerer Konsumgeschichte ist ein rechtssicherer Abstinenznachweis durch Urin- oder Haaranalysen empfehlenswert bzw. notwendig.
Vor Gericht und bei den Begutachtungsstellen zählt: nicht nur der Konsumverzicht selbst, sondern klar dokumentierte Abstinenz und glaubwürdige Stabilität nach der Auffälligkeit.
Warum eine seriöse MPU-Beratung in Bremen jetzt besonders wertvoll ist
Weil die neue Rechtslage 2025 viele Grauzonen geschaffen hat – und es genau auf den jeweiligen Einzelfall ankommt.
In meiner MPU-Beratung begleite ich dich:
- individuell, mit Blick auf dein Leben und deine Vorgeschichte
- ohne Vorurteile, mit ehrlicher Einschätzung deiner Situation
- mit Plan für Abstinenz, Nachweise und psychologische Vorbereitung
- auf Wunsch mit Unterstützung bei Formalitäten, Wahl der Begutachtungsstelle und Ablauf
Mein Ziel: Nicht nur den Führerschein zurück – sondern dass du mit Klarheit, Verantwortung und innerer Stabilität in die Zukunft gehst.