Was bedeutet „MPU wegen Alkohol“ überhaupt?
Eine MPU wegen Alkohol bedeutet, dass die Fahrerlaubnisbehörde deine Fahreignung im Zusammenhang mit Alkoholkonsum anzweifelt. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung soll klären:
- ob von dir (weiterhin) eine Gefahr im Straßenverkehr ausgeht
- wie dein Umgang mit Alkohol ist
- ob du dein Verhalten dauerhaft geändert hast
Wichtig ist:
Die MPU ist kein reiner Wissenstest, sondern ein Gespräch über dein Verhalten, deine Einsicht und deine Entwicklung. Es geht darum, ob du glaubhaft zeigen kannst: „Ich habe verstanden, was vorgefallen ist – und ich habe daraus Konsequenzen gezogen.“
Typische Gründe für eine MPU wegen Alkohol
Eine MPU wegen Alkohol wird in der Regel angeordnet, wenn zum Beispiel:
- du mit hoher Blutalkoholkonzentration am Steuer erwischt wurdest
- mehrere Alkoholfahrten vorlagen
- zusätzliche Auffälligkeiten vorlagen (Unfälle, aggressives Verhalten, Kombination mit anderen Delikten)
- du den Eindruck erweckt hast, deinen Alkoholkonsum nicht unter Kontrolle zu haben
Häufige Beispiele:
- einmalige Fahrt, aber mit sehr hohem Promillewert
- mehrere Fahrten unter Alkoholeinfluss innerhalb weniger Jahre
- Alkohol im Zusammenhang mit Verkehrsdelikten oder Straftaten
Für dich als Betroffenen fühlt sich das oft an wie ein harter Einschnitt: Führerschein weg, vielleicht Ärger im Job, im Familienleben oder im Freundeskreis. Gleichzeitig ist es aber auch der Punkt, an dem sich entscheiden kann, wie du zukünftig mit dem Thema Alkohol umgehen möchtest.
Wie läuft eine MPU wegen Alkohol ab?
Eine MPU besteht im wesentlichen aus drei Bausteinen:
Der medizinische Teil
Hier wird geprüft:
- wie es aktuell um deine körperliche Gesundheit steht
- ob es Hinweise auf problematischen Alkoholkonsum oder eine Abhängigkeit gibt
- ob frühere Auffälligkeiten (z.B. sehr hohe Werte, Entgiftungen, Krankenhausaufenthalte) eine Rolle spielen
Es kann sein, dass frühere Befunde oder Laborwerte abgefragt werden, insbesondere wenn sehr hohe Alkoholwerte im Raum standen. Die Gutachter/innen wollen verstehen, wie ausgeprägt dein früheres Trinkverhalten war – und wie es sich heute darstellt.
Leistungs- & Reaktionstests
Oftmals werden kurze Reaktions- und Aufmerksamkeitstests am Computer durchgeführt.
Ziel ist zu sehen, ob du:
- ausreichend konzentriert
- reaktionsfähig
- verkehrstauglich
bist.
Diese Tests sind in der Regel gut zu bewältigen, wenn du ausgeschlafen, nüchtern und einigermaßen entspannt in die Untersuchung gehst.
Das psychologische Gespräch
Das ist der wichtigste Teil der MPU wegen Alkohol – und auch der, der bei den meisten Menschen die größte Angst auslöst.
Im Gespräch geht es unter anderem um:
- den genauen Ablauf der Tat / der Taten
- dein früheres Trinkverhalten
- deine Einsicht und Bewertung dessen, was passiert ist
- deine Veränderungen seit der Auffälligkeit
- wie du in Zukunft Alkoholkonsum und Autofahren trennen wirst
Worum es nicht geht:
- jemanden „fertig zu machen“
- dich in eine Falle zu locken
- dich mit Fangfragen vorzuführen
Die Gutachter/innen wollen vor allem eines erkennen: Ist deine Veränderung glaubwürdig und gefestigt – oder nur eine kurzfristige Reaktion, um den Führerschein zurückzubekommen?
Brauche ich für eine MPU wegen Alkohol deinen Abstinenznachweis?
Ob du einen Abstinenznachweis brauchst, hängt unter anderem davon ab:
- wie hoch deine früheren Promillewerte waren
- wie oft du aufgefallen ist
- wie dein früheres Trinkverhalten war (regelmäßig, kontrollverlustartig, Partytrinker oder ähnliches)
- welche Strategie du heute verfolgst: strikte Abstinenz oder kontrolliertes Trinken
In vielen Fällen ist ein Alkohol-Abstinenznachweis sinnvoll oder sogar notwendig – oftmals über 6 oder 12 Monate. Der Abstinenznachweis kann über Urinscreenings oder Haaranalysen erfolgen.
Gerade bei einer ausgeprägteren Vorgeschichte (hohe Werte, mehrere Auffälligkeiten) ist eine strikte Abstinenz meistens der sicherere Weg. Beim kontrollierten Trinken ist die Glaubhaftmachung weitaus schwieriger – und erfordert eine sehr gute, ausführliche Vorbereitung.
Wenn du dir unsicher bist, ob du für deine persönliche Situation einen Abstinenznachweis benötigst, ist es sinnvoll, das frühzeitig in einem Beratungsgespräch zu klären – nicht erst kurz vor der MPU.
Wie lange dauert der Weg bis zu einem positiven MPU-Gutachten?
Das hängt von deiner Ausgangssituation ab:
- War es eine einmalige Auffälligkeit mit niedrigerem Promillewert?
- Oder gab es mehrere Delikte und / oder sehr hohe Alkoholwerte?
- Wurde bereits eine Abhängigkeit festgestellt?
Je nach Fall:
- Abstinenznachweis von 6-12 Monaten
- mehrere Vorbereitungsstunden oder Coachingtermine
- Wartezeiten auf Untersuchungstermine
Umso früher du dich informierst und dir Unterstützung holst, desto besser kannst du den zeitlichen Ablauf planen – gerade dann, wenn der Führerschein beruflich wichtig ist.
MPU wegen Alkohol in Bremen – was ist hier zu beachten?
Wenn du deine MPU wegen Alkohol in Bremen oder Umgebung machst, hast du:
- verschiedene Begutachtungsstellen zur Auswahl
- die Möglichkeit, eine MPU-Beratung vor Ort in Bremen in Anspruch zu nehmen
- oft auch die Option, Onlinegespräche wahrzunehmen, wenn die Anfahrt schwierig ist
In meiner MPU-Beratung in Bremen begleite ich dich Schritt für Schritt – ganz persönlich und ohne Druck. Wir nehmen uns die Zeit, deine Vorgeschichte in Ruhe anzuschauen und zu verstehen, was wirklich vorgefallen ist. Ich bin dir gegenüber hierbei weder bewertend, noch verurteilend – sondern stets ehrlich und respektvoll.
Durch die Beratung bekommst du eine klare und transparente Einschätzung, ob für deine Situation ein Abstinenznachweis sinnvoll oder notwendig ist – damit du Sicherheit hast und keine wertvolle Zeit verlierst.
Gemeinsam bereiten wir das psychologische Gespräch vor. Wir gehen typische MPU-Fragen durch, aber vor allem schauen wir auf das, was dich ausmacht: Deine Gedanken & Gefühle, deine Erfahrungen, deine Entwicklung. Du lernst, deine Veränderungen authentisch und nachvollziehbar zu formulieren – so, dass sie wirklich zu dir passen und nicht nach auswendig gelernten Aussagen klingen.
Mir geht es nicht darum, dir perfekte Sätze beizubringen. Entscheidend ist, dass du innerlich stabil wirst, dass du dein früheres Trinkverhalten reflektieren kannst und du selbst verstehst, was sich verändert hat. Diese Haltung macht dich im Gespräch glaubwürdig – und gibt dir Ruhe und Sicherheit, die du brauchst.